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 Spiel, aber nicht die Tore gemacht


Seewen verliert das erste Spiel unverdient gegen Wiki-Münsingen mit 3:4.

Yves Kohli (links) unterstütze Hüter Kevin Liechti bei einem Angriff von Wiki-Münsingen. Rechts Samuel Gerber von Wiki. Bild Erhard Gick

«Wir haben gut gespielt, aber eindeutig zu wenig Tore geschossen. Die Frische im Kopf hat gefehlt, die Müdigkeit der Spieler war ausschlaggebend, dass wir das Spiel noch verloren haben», bilanzierte Cheftrainer Albert Malgin nach dem Spiel. Eine Erklärung gab es dafür. Seewen standen nur gerade mal sechs Verteidiger zur Verfügung, man musste auf Spieler der Elite B zurückgreifen. 

Seewen verlor das Spiel im Schlussdrittel. Allerdings darf man die Mannschaft loben. Sie hat über weite Teile des Spiels um einiges besser gespielt als der Gegner. «Unsere Chancenauswertung war allerdings zu gering. Wir hätten viel mehr Tore schiessen müssen. Die Möglichkeiten dazu hatten wir mehrfach», sagte Captain Claudio Zurkirchen.


Sehr guter Einstand im Startdrittel
Seewen überraschte mit effizientem Einstand im Startspiel. Nach den ersten Minuten der Angewöhnung übernahmen die Einheimischen das Spieldiktat und setzten Akzente im Spiel. Das konnte nicht ohne Folgen bleiben. Noll und Tschudi sorgten für mächtig Druck vor dem Gästetor, und Tschudi hämmerte die Scheibe zur Führung ins Netz. Bettinaglio und Märchy waren die nächsten Kandidaten, welche Wiki-Torhüter Zaugg prüften, und ihr druckvolles Nachsetzen führte zum Erfolg. Seewens Zurkirchen prüfte Zaugg mit einem Weitschuss von der blauen Linie, aber leider ohne Erfolg. Der Anschlusstreffer war die Folge einer kurzen Unkonzentriertheit. Baumgartner nutzte sie rigoros aus.


Powerplay noch nicht das Gelbe vom Ei
Dreimal konnte Seewen in Überzahl agieren, aber so richtig wollte das Zusammenspiel nicht funktionieren. Ganz anders bei den Gästen. Sie konnten Seewen im Powerplay einschnüren, und das führte zum Ausgleich durch Baumgartner. Auch eine herrliche Kombination von Portmann und Zurkirchen in der 28. Minute ist noch erwähnenswert. Man konnte die «Torlaterne» bei den Gästen bereits leuchten sehen, das Abschlussglück fehlte aber. Das Kämpferherz der Einheimischen fand aber schnell wieder zum alten, aktiven Rhythmus zurück. Wellinger und Fries leisteten ausgezeichnete Vorarbeit, und Tschudi schoss in der 39. Minute Seewen erneut in Führung.
Die Frage, die sich zu Beginn des Schlussdrittels stellte, war, ob Seewen das entfachte Feuer würde halten können. Zwei Drittel lang hatten die Einheimischen deutlich die besseren Spielanteile. Vorerst gestaltete Seewen das Spiel auch im letzten Abschnitt, dann kehrte es mit dem Ausgleich durch Jolliet. Der Siegtreffer war dann auf eine mangelhafte Umstellung von offensivem zu defensivem Spiel zurückzuführen. Liechti, der als Letzter ? alleine gelassen ? retten wollte, machte dies zu wenig konsequent, der Puck landete in den Maschen. «Wir müssen das positiv sehen. Viel hat nicht zum Sieg gefehlt. Eine gute Basis ist bei uns vorhanden», sagte Stefan Schön nach dem Spiel.

Erhard Gick

EHC Seewen - EHC Wiki-Münsingen 3:4 (2:1, 1:1, 0:2)
KEB Zingel, Seewen. - 345 Zuschauer. - SR Schober, Schiess/Spieler. - Tore: 6. Tschudi (Noll) 1:0. 10. Bettinaglio (Märchy) 2:0. 15. Baumgartner (Bichsel, Baltisberger) 2:1. 34. Baumgartner (Baltisberger, Ausschluss Michel) 2:2. 39. Tschudi (Fries, Wellinger) 3:2. 48. Jolliet (Allemann) 3:3. 49. Reber 3:4.- Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Seewen; 4mal 2 Minuten gegen Wiki-Münsingen.
EHC Seewen: Kevin Liechti; Kohli, Michel; R. Büeler, Bertoni; Kilian Liechti, T. Büeler; Wellinger, Schön; Arnold, Portmann, Zurkirchen; Fries, Noll, Tschudi; Steiner, Christen, Koller; Gisler, Bettinaglio, Märchy.
Wiki-Münsingen: Zaugg; Marolf, T. Liechti; Bichsel, Pianta; Dietrich, Marti; Dällenbach, Kormann; Reber, Mühlemann, Allemann; Baltisberger, Baumgartner, Marbot; Gerber, Waber, Lüthi; Studer, Jolliet, Steiner.
Bemerkungen: Seewen ohne Schnüriger (Familienfest), Scheuber (rekonvaleszent). 59. Timeout Seewen. Seewen ohne Torhüter.