4:0 – um 22.13 Uhr schoss sich Seewen zum Schweizer Meister

Siegerbild: So sieht ein frisch gebackener Schweizer Meister aus. Bild Erhard Gick
Der EHC Seewen kürt sich zum Schweizer Meister der höchsten Amateur-Liga. Er besiegte Arosa im dritten Spiel deutlich mit 4:0. Nach dem Vizetitel im letzten Jahr ein grandioser Erfolg, die Kür der Saison.
Erhard Gick
«Jaaa», es ist vollbracht. Um 22.13 Uhr steht es fest. Seewen ist Schweizer Meister. Die 1200 Fans vollkommen aus dem Häuschen. Standing Ovations für das Team von Raphael Zahner (Cheftrainer) und Mike Arnold (Sportchef). Das dritte Finalspiel zwischen dem EHC Seewen und dem EHC Arosa endet mit einem deutlichen 4:0.
Seewen hat dabei Sensationelles vollbracht. In einer dreifachen Serie holen sich die Schwyzer den Titel. In allen Best-of-five-Serien benötigten sie nur drei Siege. Die Finalspielserie hatte einen besonderen Charakter, weil beide Teams der Region Ostschweiz angehören. Um 22:13 Uhr durften die 1200 Fans jubeln.
Zwei Tore in der Schlussoffensive, jenes von Livio Langenegger und das von Aron Welter ins leere Tor besiegelten den grössten Seebner Vereinserfolg.
Schon im Stardrittel viel Seebner Druck
Deutlich zur Sache ging es von der ersten Minute an. Seewen gab das Spieldiktat vor und sorgte für ein hohes Tempo. Die Seebner kamen schon schnell zu ersten Möglichkeiten. Aron Welter, Niklas Maurenbrecher, Dean Schnüriger und Calvin Schleiss versuchten mit guten Schüssen, aber Endstation war Alessio Brun. Auf der Gegenseite liess man Topskorer Jabola zwei, dreimal zum Schuss kommen, aber Christian Schön blockte jeden Abschlussversuch ab.
Gefährlich wurde es für die Schwyzer, als Francesco Gärtner für ein Halten in die Kühlbox geschickt wurde. Aber Seewens Boxplay war einmal mehr hervorragend. Knappe zwei Minuten vor Drittelsende bekam Seewen die Chance eines Powerplays. Mika Burkhalter, Adrian Steiner, Livio Langenegger und Niklas Maurenbrecher deckten Alessio Bun mit Schüssen ein. Zählbares wollte daraus aber nicht resultieren. Zu gut wurde auch bei Arosa abgewehrt.
Doppelschlag im Mitteldrittel für Seewen
Im Mitteldrittel startete Seewen mit einer deutlichen Tempoverschärfung. In der 4. Minute dann der erste grosse Jubel bei den Fans. Adrian Steiner hämmerte die Scheibe von rechts ins Netz. Den Pass bekam er pfannenfertig über Noé Bachmann und Livio Langenegger serviert. Es kam aber noch besser. In der 32. Minute sorgte Fabio Langenegger für den zweiten Netzeinschuss. Silvan Schönmann über Ramon Schnüriger hatten zuvor kombiniert und die Möglichkeit mustergültig herausgespielt. Seewen dominierte das Drittel fast nach Belieben. Die Frage stellte sich, ob das Team von Raphael Zahner das Tempo auch im Schlussdrittel dermassen hochhalten konnte.
Seewen beherrschte auch das Schlussdrittel. Man spürte bei den Schwyzern förmlich, dass sie das Spiel gewinnen wollten. Der Atem stockte kurz zur 52. Spielminute, als Arosa mächtig Druck auf die Seebner machte und Tedoldi die Gehäuseumrandung (Latte) traf. Arosa drückte auf den Ausgleich, aber die Seebner kämpften wie Stiere, legten sich in die Schüsse. Die Minuten wollten und wollten nicht zu Ende gehen. Arosa spielte praktisch nur noch mit zwei Linien um den Paradesturm von Jabola, Gauch und Holzer. Aber die Seebner neutralisierten die Linie ausgezeichnet. Dann kam die 59. Minute, im Zingel sass niemand mehr. Arosa nahm ein Time-out, und Seewen traf mit Livio Langenegger und Aron Welter zum alles entscheidenden 4:0. Und Christian Schön, der hexte und zauberte, sein Kasten war nicht zu bezwingen.
EHC Seewen – EHC Arosa 4:0 (0:0, 2:0, 2:0)
Kunsteisbahn Zingel, Seewen. – 1200 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Michel Kunz/André Meyer, Dominic Messerli/Stefan Krsmanovic.
Tore: 24. A. Steiner (Livio Langenegger, Bachmann) 1:0. 32. Fabio Langenegger (R. Schnüriger, Schönmann) 2:0. 59. Livio Langenegger 3:0. 59. Welter 4:0.
Strafen: je 3-mal 2 Minuten.
EHC Seewen: Christian Schön; Livio Fischer, Lars Kieni; Noé Bachmann, Thomas Moreno; Dario Schilter, Tim Büeler; Francesco Gärtner; Adrian Steiner, Mika Burkhalter, Livio Langenegger; Silvan Schönmann, Fabio Langenegger, Ramon Schnüriger; Niklas Maurenbrecher, Dean Schnüriger, Aron Welter; Calvin Schleiss, Luca Langenegger, Sandro Steiner; Jan Schwitter.
EHC Arosa: Alessio Brun; Michael Thomas, Yanik Lichtensteiger; Nathan Cantin, Matteo Tedoldi; Cedric Gysi, Alain Bahar; Cedric Gysi; Noel Wüthrich, Tom Frehner; Marcell Révész, David Rattaggi, Marin Tosio; Luca Gauch, Prada Jeremy Jabola, Noam Holzer; Luca Schommer, Reto Amstutz, Linus Haller; Denis Szczepaniec, Janis Egger, Nick Pressacco.
Bemerkungen: Seewen ohne Jonas Fries, Livio Reichmuth, Devin Stillhardt (überzählig), Robin Büeler (verletzt), Timon Wey (Militär). 52. Lattenschuss Tedoldi. 59.Time out Arosa. Arosa ohne Brun.